Bewerbungsservice Tilo Wendler
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Die Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch

Eine gründliche Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch ist sehr wichtig.
Nur dadurch wirst du auch das erste Etappenziel auf deinem Weg zum Traumjob erfolgreich meistern.

Das Geheimnis eines erfolgreichen Vorstellungsgesprächs basiert prinzipiell auf zwei Säulen:

Selbstbewusstsein und Ehrlichkeit.

Mit diesen beiden Tugenden hast du die optimalen Voraussetzungen, um die Personalmanager von deinen fachlichen und persönlichen Fähigkeiten zu überzeugen.


Inhalt dieser Seite:


Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch - 
Die Bewerbungsunterlagen

Für die gründliche Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch ist die genaue Kenntnis der eigenen Bewerbungsunterlagen von großer Bedeutung.

Du hast nun um die vier Wochen gewartet – und siehe da: eine Einladung zum Vorstellungsgespräch ist da. In drei Tagen schon sollst du das Büro des Personalchefs betreten und eine rundum sympathische Figur abgeben.

Weißt du jetzt noch alles genau, was du vor allem in deinem Bewerbungsschreiben und Lebenslauf geschrieben hast? Sicherlich nicht Wort für Wort. Aber darauf kommt es auch nicht an. Sehr wichtig sind aber die Kernaussagen, die du insbesondere im Bewerbungsschreiben formuliert hast.

Du hast zum Beispiel geschrieben:
„Über die Fort- und Weiterbildung in Ihrem Unternehmen habe ich viel Positives erfahren.“

Im Vorstellungsgespräch wirst du nun gefragt:
„Welche Informationen haben Sie dazu konkret erhalten – und wo?“

Wenn dich diese Frage jetzt überrascht, kann es peinlich werden.

Lies dir deshalb deine gesamten Bewerbungsunterlagen vor dem Vorstellungsgespräch noch mindestens zweimal gründlich durch.

Dein Anschreiben solltest du nahezu auswendig können. Hinter jedem Satz solltest du eine eventuelle Frage vermuten, die du dann auch souverän beantworten kannst.

Für deine Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch kannst du auch diesen wertvollen Geheimtipp nutzen:

Fertige über deine Kenntnisse und Fähigkeiten gut gestaltete Flyer an!

Denn in der Regel ist dein Gesprächspartner nicht nur der Personalleiter allein, auch der Geschäftsführer, der Abteilungsleiter und eventuell weitere Personen können am Gespräch teilnehmen.

Wenn du allen Teilnehmern einen Flyer überreichst, werden sie das als „besonders gut vorbereitet“ quittieren. Vielleicht bist du damit auch der einzige Bewerber, der diese hervorragende Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch durchgeführt hat.

Dann macht das auch großen Eindruck! Zudem verhindern die Flyer das ständige Blättern in deinen Bewerbungsunterlagen, was ein flüssiges Gespräch nur stören würde.

So ein Flyer ist quasi eine Bewerbungsmappe im Mini-Format.

Du solltest in ihn ebenfalls viel Sorgfalt investieren, damit er seine Wirkung nicht verfehlt.

Benutze für deinen Flyer ein weißes A4-Blatt in hochwertiger Papierqualität. Du kannst es einmal in der Mitte falten oder zweimal zu drei gleich großen Teilen. So besteht der Flyer aus einem Titelblatt, dem Innenteil und der Rückseite.

Das Titelblatt:
Das Titelblatt sollte als ein Deckblatt gestaltet sein.
Als Überschrift kannst du zum Beispiel formulieren:

Kurzvorstellung von Max Mustermann
für die Bewerbung als Versicherungskaufmann

oder

Meine Kurzpräsentation
für die Bewerbung zur Ausbildung als Mediengestalterin

Es folgen dein Bewerbungsfoto und deine persönlichen Angaben mit:
– Name, Vorname
– Anschrift
– Festnetz- und/oder Mobil-Nummer
– E-Mail-Adresse

Zum Schluss gibst du den Inhalt des Flyers an – zum Beispiel:

Inhalt:
– Lebenslauf (Kurzfassung)
– Qualifikationen (Auswahl)
– Weiterbildungen (Auswahl)
– besondere Fähigkeiten

Wenn du das Firmenlogo oder ein repräsentatives Firmenfoto zur Hand hast, dann kannst du diese Grafiken als stark aufgehelltes Hintergrundbild in das Titelblatt einfügen. Das verleiht deinem Flyer hohe Professionalität und eine ausgeprägte Identifikation mit dem Unternehmen.

Der Innenteil:
Je nach dem, wie du deinen Flyer gefaltet hast (zwei Hälften oder drei Drittel), gestaltest du den Innenteil nach diesen Beispielen:

Die Rückseite:
Auf der Rückseite führst du deine besonderen Fähigkeiten und Stärken an, die du auf deinem Bewerbungsschreiben formuliert und in deinem ausführlichen Lebenslauf besonders gewichtet hast.

Vielleicht hast du ein bestimmtes Projekt sehr erfolgreich durchgeführt. Dann beschreibst du deinen Anteil daran als Beweis deiner angeführten Fähigkeiten und Stärken.

Mit einem markanten und wirkungsvollen Zitat einer bedeutenden Persönlichkeit kannst du die letzten Zeilen der Rückseite ausfüllen und so deinen Flyer elegant abschließen.

Beispiel:

Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht. (Albert Einstein)

Du kannst einen Flyer auch von diesen Profis anfertigen lassen.


Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch -
Kleidung und Erscheinungsbild

Mit einer eher konservativen Kleidung, die du auch zu einem festlichen Anlass in deinem Wunsch-Unternehmen tragen würdest, kannst du nichts falsch machen.

Aber nicht nur Kleider machen Leute. Auch die Frisur und der Gesichtsausdruck tragen entscheidend zum gesamten Erscheinungsbild bei.


Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch -
die „typischen“ Fragen

In deinem Vorstellungsgespräch wirst du mit vielen Fragen konfrontiert, die du selbstbewusst und ehrlich beantworten musst.

Lügen und „um den heißen Brei reden“ durchschaut jeder entsprechend ausgebildete Personaler schnell. Dann kann das Gespräch schnell beendet werden.

Sei also bei jeder Frage immer selbstbewusst und ehrlich!

Ehrlichkeit ist keine Tugend, die man erst erlernen muss. Selbstbewusstsein hingegen schon. Viele Menschen sind viel zu unterwürfig, besonders wenn sie mit Vorgesetzten konfrontiert werden.

Diese Situation beginnt bereits beim Vorstellungsgespräch, wenn den zukünftigen Chefs so allerlei Angenehmes aber auch Unangenehmes „gebeichtet“ werden soll.

Auch du wirst dir in deiner Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch so manche Frage überlegen, auf die du eine Antwort parat hast und mit der du dann ehrlich und selbstbewusst auftreten willst.

Vielleicht wird diese Frage dann gar nicht gestellt – aber dafür eine andere, die du dir nicht hättest träumen lassen. Und dabei ist es doch eine dieser „typischen“ Fragen, die in nahezu jedem Vorstellungsgespräch gestellt werden.

Bereite dich deshalb vorrangig auf diese „typischen“ Fragen gründlich vor:

Was wissen Sie zu unseren Produkten und Dienstleistungen?
Antwortmöglichkeiten:
„Auf Ihren Internetseiten habe ich gelesen…“

„In einem Pressebericht wurden die modernen Technologien über … vorgestellt.“

„Mein Bekannter ist in Ihrem Unternehmen angestellt und hat viel erzählt über …“


Was können Sie uns noch über sich erzählen?
Antwortmöglichkeiten:
„Ich habe Ihnen von meinen Erfahrungen zu … geschrieben. Dazu kann ich sagen …“

„Als ich Ihr Stellenangebot gelesen hatte, wusste ich, das ist genau das Richtige, weil …“

Hinweis:
Erzähle nur von deinen ausgewählten Qualifikationen, Kenntnissen und Erfahrungen – ergänzend zu deinem Bewerbungsschreiben und Lebenslauf – um diese damit noch stärker zu gewichten.


Warum haben Sie sich ausgerechnet für diese Stelle beworben?
Antwortmöglichkeiten:
„Die Philosophie Ihres Unternehmens begründet Karriere durch Leistung. Das ist es!“

„Ich bin überzeugt, dass ich in Ihrem Unternehmen viel bewirken kann – weil …“

„Diese Stelle fokussiert sich genau auf meine Qualifikationen – denn …“

Hinweis:
Bekunde dem Unternehmen deine Sympathie und begründe deine Aussagen.
Erzähle nichts Negatives über deine vorherigen Arbeitsstellen und Arbeitgeber.


Wo sehen Sie Ihre besonderen Stärken und wo Ihre Schwächen?
Antwortmöglichkeiten: (Schwächen)
„Es fällt mir nicht so leicht, ein neues PC-Programm schnell anzuwenden, aber nach
gründlicher Einweisung schaffe ich das auch.“

„Vielleicht bin ich etwas zu schüchtern, wenn ich neue Menschen kennen lerne, aber ich
verstecke mich auch nicht.“

„Ich weiß, dass ich mir viele Arbeitsaufgaben vorher notieren muss, damit ich keine
davon vergesse.“

Hinweise:
Nenne nach Möglichkeit nur eine Schwäche, die du auch vor deinen Stärken angibst.
Mildere die Schwäche ab, indem du gleichzeitig sagst, wie du damit umgehst.
Sprich nur eine Schwäche an, die auch wirklich etwas mit dem Beruf zu tun hat.
So genannte Pseudo-Schwächen („Ich kann leicht nervös werden, wenn eine Arbeit
schlecht ausgeführt wird.“) werden im Vorstellungsgespräch nicht erwartet. Verzichte
selber darauf, denn diese werden von anderen Bewerbern nur zu gern genannt.

Antwortmöglichkeiten (Stärken):
„Wenn etwas völlig Neues erarbeitet und eingeführt werden soll, habe ich besonders
viel Ehrgeiz daran, denn solche Herausforderungen reizen mich sehr.“

„Ich bin der Meinung, sehr gut mit Menschen umgehen zu können, weil es mir nichts
ausmacht, auch fremde Leute einfach mal freundlich anzusprechen.“

„Ich bin sehr korrekt, denn ich werde erst dann meine Arbeit als beendet sehen, wenn
ich alles auf Null-Fehler-Sicherheit getestet habe.“

Hinweise:
Nenne nur zwei bis drei deiner Hauptstärken und gib dazu auch eine Begründung an.
Vermeide einerseits den Anschein von Überheblichkeit und andererseits falsche Bescheidenheit.


Was motiviert Sie?
Antwortmöglichkeiten:
„Am meisten motivieren mich zufriedene Kunden, denn ich will erreichen, dass sie von
selbst immer wieder auf mich zukommen.“

„Die Tatsache, dass ich für andere Mitarbeiter Verantwortung trage, ist meine Grundmotivation.“

„Ich will viel bewirken. Wenn ich dazu beauftragt werde, bin ich stets hoch motiviert.“

Hinweis:
Sage in aller Ehrlichkeit, welche Aufgaben und Ziele du besonders gern angehen bzw. erreichen willst und die dich deshalb zu besonderen Leistungen anspornen.


Wie gehen Sie mit Stresssituationen um?
Antwortmöglichkeiten:
„Im Prinzip ruhig und gelassen. Ich durchdenke mir dann: Was ist machbar und was
nicht. Das Erreichbare will ich dann auch unbedingt schaffen.“

„Ehrlich gesagt, ich bin dann etwas aufgeregt. Aber ich versuche, es mir nicht
anmerken zu lassen und arbeite in der Regel konzentriert weiter.“

„Offen gestanden, nicht so gut, wenn es sich um außergewöhnlichen Stress handelt. Ich
brauche dann einfach etwas Zeit, um mich wieder zu konzentrieren. Danach bin ich
wieder fit.“

Hinweis:
Stehe zu deiner Persönlichkeit in Stresssituationen. Du kannst niemanden etwas
vorspielen, was nicht stimmt. Denn das Vorstellungsgespräch selbst ist so eine Sachlage,
die für dich nicht frei von Stress ist.


Was mögen Sie überhaupt nicht?
Antwortmöglichkeiten:
„Halbherzigkeit – wenn Arbeitsleistungen nur scheinbar erbracht sind, aber voller
Fehler strotzen.“

„Ich weiß, dass mich unsachliche Kritik besonders ärgert.“

„Bei unnötigen Wartezeiten und bei ständiger Unpünktlichkeit beginnt es in mir zu
kochen.“

Hinweis:
Nur Eigenschaften und Situationen dürfen Inhalt deiner Antwort sein.
Sprich niemals schlecht über andere Leute – und schon gar nicht über ehemalige Mitarbeiter
und Vorgesetzte.
Erkläre kurz und vor allem sachlich, was du nicht ausstehen kannst.


Weshalb wurden bzw. haben Sie gekündigt?
Antwortmöglichkeiten:
„Mir und anderen wurde gekündigt, weil die Aufträge aufgrund der Corona-Krise
rapide einbrachen.“

„Der Arbeitgeber hat die Filiale geschlossen, in der ich tätig war. Mit dem anderen Job,
der mir angeboten wurde, war ich aber nicht einverstanden. Deshalb wurde ich
gekündigt.“

„Ich habe deswegen selber gekündigt, weil ich keine weiteren Herausforderungen und
Karrieremöglichkeiten mehr sah. Aber ich will eben noch einiges im Leben erreichen.“

„Leider entsprach die Arbeitsatmosphäre nicht meinen Vorstellungen von Teamarbeit
und Kollegialität. Ich habe deswegen die Konsequenz gezogen und gekündigt.“

Hinweis:
Sage nichts Schlechtes über deinen letzten Arbeitgeber, auch wenn du sogar gemobbt wurdest.
Lege ganz objektiv und sachlich die Gründe dar.


Weshalb haben Sie schon oft die Stelle gewechselt?
Antwortmöglichkeiten:
„Leider war es mir bisher nicht vergönnt, dauerhaft in einer Firma zu arbeiten, weil es immer zu Entlassungen kam, von denen ich als Single mit zuerst betroffen war.“

„Das sind verschiedene Gründe. Dreimal wurde ich gekündigt, weil die jeweilige Stelle aus Rationalitätsgründen gestrichen wurde. Und zweimal habe ich selbst gekündigt, weil ich keine Perspektiven in den Unternehmen sah. Doch jetzt bin ich voller Zuversicht, einen dauerhaften Arbeitsplatz antreten zu können.“

Hinweis:
Sprich frei und beständig die Ursachen an. Komme dabei nicht ins „Schwimmen“.
Erkläre auf jeden Fall, dass deine angestrebte Stelle von Dauer sein soll.


Bitte erklären Sie uns Ihre weniger guten Schulnoten.
Antwortmöglichkeiten:
„Ja, die sind tatsächlich mehr schlecht als recht. Aber das Pauken war nie meine Stärke.
Diese liegen dafür im praktischen Bereich – wie Sie der Einschätzung meines
Praktikums entnehmen können.“

„Tatsächlich bin ich gar nicht so schlecht, wie es mein Abschlusszeugnis ausweist. Aber damals hatte ich das letzte Schuljahr ziemlich vernachlässigt. Das war familiären Gründen geschuldet.“

Hinweis:
Auch wenn die Frage als Aufforderung etwas provokant gestellt wird, lass‘ dich deshalb nicht verunsichern. Stehe offen zu diesen Tatsachen und gebe nur eine kurze Begründung an.
Gleiches gilt auch bei schlechten Arbeitszeugnissen oder „Lücken“ im Lebenslauf.


Was wollen Sie in fünf Jahren erreicht haben?
Antwortmöglichkeiten:
„Ich strebe den Posten des Abteilungsleiters in Ihrem Unternehmen an. Das ist mein Ziel nach spätestens fünf Jahren und dafür werde ich alles tun.“

„Ich möchte unbedingt meine Ausbildung mit den bestmöglichen Ergebnissen beenden und dann als Fachkraft zum weiteren Erfolg Ihres Unternehmens beitragen.“

„Wenn ich mit meiner Arbeit bewirken konnte, den Umsatz der Produkte zu verdoppeln, dann habe ich nach den ersten fünf Jahren in Ihrem Unternehmen mein Ziel erreicht.“

Hinweis:
Beziehe dich mit deinen Zielen immer auf den Nutzen des Unternehmens.
Stelle dir ehrgeizige, aber realistische Ziele.


Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch -
Die „verbotenen“ Fragen

Im Vorstellungsgespräch kannst du mit allen möglichen Fragen konfrontiert werden, die dein gesamtes Berufsleben und natürlich deine angestrebte Stelle betreffen. Darauf musst du ehrlich und selbstbewusst antworten.

Wenn das Gespräch allerdings in deine Privatsphäre abgleitet, dann ist Vorsicht geboten.

So wollen manche Personaler auch gern wissen, wie es denn mit deinen Vermögensverhältnissen oder politischen Ansichten bestellt ist. Dann wird zumeist „durch die Blume“ eine indirekte Frage gestellt, die Sie animieren soll, darauf zu reagieren.

Beispiel:
Das Gespräch ist für dich sehr gut verlaufen und nähert sich dem Ende. Der Personalchef blickt noch einmal in die Runde und erkundigt sich, ob es noch irgendwelche Fragen gibt. Alle Anwesenden verneinen. Dann beendet er das Gespräch eventuell mit den Worten:

„Gut, dann ist alles soweit besprochen. Ich stelle auch fest, Sie haben keine Schulden und keine Vorstrafen. Ich denke mal, wir werden uns noch ein zweites Mal treffen.“

Nun hast du aber Schulden oder bist tatsächlich vorbestraft.

Wie reagierst du darauf?
Wichtig ist, dass du genau weißt, dass dir dein potentieller Arbeitgeber eine „verbotene“ Frage – wenn auch indirekt – gestellt hat.

Und diese Frage musst du nicht beantworten.

Ja, du kannst in diesem Fall sogar die Unwahrheit sagen, also lügen, um den Erfolg deiner Bewerbung unter diesen Umständen nicht zu gefährden.

Das deutsche Arbeitsrecht verbietet insbesondere Fragen nach:

  • Mitgliedschaft in politischen Parteien
  • Sympathien für politische Inhalte
  • Religionszugehörigkeit (außer bei religiösen Trägerschaften)
  • Gewerkschaftszugehörigkeit
  • Familienplanungen
  • Schwangerschaften
  • Vorstrafen und laufende Ermittlungsverfahren
  • Vermögensverhältnisse

Wirst du trotzdem damit konfrontiert, dann bewahre die Ruhe. Erkläre sachlich und freundlich, dass du auf diese Frage keine Antwort geben musst und auch nicht willst.

Wenn gegen dich tatsächlich ermittelt wird oder wenn du am Beginn einer Schwangerschaft stehst oder wenn du Schulden hast oder was auch immer den Personalchef nichts angeht, dann sage ihm, dass du mit dieser Frage überhaupt nicht gerechnet und dich darauf gar nicht vorbereitet hast.

Begründe es damit, dass dir bekannt ist, dass derartige Fragen in einem Vorstellungsgespräch doch gar nicht gestellt werden sollten.

Vermeide nach Möglichkeit zu lügen.
Bedenke, dass du die ersten sechs Monate zur Probe eingestellt wirst. In dieser Zeit kann dir ohne Angabe von Gründen gekündigt werden. Hast du im Vorstellungsgespräch auch auf eine verbotene Frage hin die Unwahrheit gesagt, und dies stellt sich während deiner Probezeit heraus, dann bist du mit hoher Wahrscheinlichkeit deinen Job wieder los.

Manchmal ist es sogar ratsam, besondere private Umstände im Vorstellungsgespräch anzuführen.

Beispiel:
Dein Einkommen wurde bei deinem letzten Arbeitgeber bis zur gesetzlichen Freigrenze gepfändet.
Diese Tatsache solltest du dem neuen Arbeitgeber im Vorstellungsgespräch mitteilen, damit er vorab schon weiß, dass auch dein Gehalt im neuen Unternehmen einer Pfändungsforderung unterliegen wird.
Damit sicherst du dich ab, wenn der Pfändungsbescheid das Unternehmen noch in deiner Probezeit erreichen sollte. Denn dein neuer Arbeitgeber hat dich ja dennoch eingestellt.
Warum und weshalb du Schulden hast, brauchst du aber niemanden auf den Buckel binden.


Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch -
Schwächen nicht betonen

Niemand ist frei von Schwächen – und das ist auch gut so.

Oft fragt man sich selbst: Ist das wirklich eine Schwäche, die ich habe? Oder wird es rein gesellschaftlich so ausgelegt? Diese Überlegungen wirst du sicher auch schon angestellt haben.

Vielleicht bist du sehr sparsam. Ist das nun eine Schwäche oder eine Stärke? Es kommt ganz auf den Betrachter und dessen Interpretation an. Der eine beurteilt es als Stärke, weil du offenbar sehr gut mit Geld umgehen kannst. Der andere sieht in dir den Geizhals, der jeden Cent erst dreimal umdreht, bevor er ihn ausgibt. Eine endlose, fruchtlose Diskussion könnte sich darüber entspinnen, die niemanden auch nur den kleinsten Nutzen bringt.

In deiner Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch spielen solche Überlegungen eine gewichtige Rolle. Sie müssen dir deiner vermeintlichen Schwächen bewusst sein, bevor du dich auf den Weg zum Büro des Personalchefs begibst.

Und kaum ist das Gespräch eröffnet, ertappst du dich plötzlich dabei, wie du frei und offen erst über jene Schwächen plauderst, die du selbst als solche interpretiert hast. Du willst damit zunächst Verständnis erlangen, um deine Stärken gesondert betonen zu können.

Aber dazu kommt es nicht. Deine Gesprächspartner sind ebenso plötzlich ganz Ohr geworden, weil sie diese Dinge, die du da erzählst, nirgendwo in deinen Unterlagen finden konnten. Jetzt bohren sie weiter, wollen noch dies und das genauer wissen.

Und mit zunehmender Verzweiflung bekommst du selber das Gefühl, kaum mehr für den angestrebten Job geeignet zu sein. Das Gespräch hat eine destruktive Dynamik entwickelt, der du nicht mehr Herr sein kannst.

Mache dir deshalb schon Gedanken über deine vermeintlichen Schwächen und Defizite.
Aber betone sie keineswegs, weder dir selbst und schon gar nicht den Gesprächspartnern gegenüber.

Sei dir eher deiner echten Stärken bewusst.

Sprich auch niemals von dir heraus bestimmte Schwächen an. Wirst du gezielt danach gefragt, genügt eine kurze und einfache Antwort, die du dir vorher zurecht gelegt hast. Denn niemand will dir im Vorstellungsgespräch die Beichte abnehmen.


Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch -
Stärken nicht übertreiben

Du sitzt deswegen im Vorstellungsgespräch, weil du deine Qualifikationen und Fähigkeiten in deinen Bewerbungsunterlagen überzeugend zum Ausdruck gebracht haben.

Der Personalchef und weitere Verantwortliche sind nahe der Überzeugung, dass du durchaus die Stelle besetzen kannst, wenn…

Ja, wenn du jetzt im Vorstellungsgespräch auch noch so überzeugend auftrittst, wie du es rein schriftlich demonstriert hast.

Aber darin liegt eben auch die Gefahr, die eigenen Stärken und Fähigkeiten mit Nachdruck zu betonen. Übertreibungen und Überheblichkeiten lauern dabei an jeder Ecke. Und ganz schnell kannst du damit deiner Glaubwürdigkeit großen Schaden antun.

Betone deine Stärken. Aber achte dabei genau auf jeden Superlativ, den du gebrauchen willst.

Es gibt eine Menge tödlicher Aussagen, die dir alles verderben können.

Beispiele:

  • „Ich bin der Einzige, der das kann.“
  • „Weil ich clever bin.“
  • „Da kann mir niemand das Wasser reichen.“
  • „Da sehen andere keinen Stich.“
  • „Das mache ich in Nullkommanichts.“
  • „Ich lebe, um zu arbeiten.“
  • „Ich gewinne immer.“

Zugegeben, du wirst in deinem Vorstellungsgespräch auf derart Wichtigtuerei verzichten. Aber manche übertrieben dargestellten Stärken können schnell in den falschen Hals geraten und dann genau so, wie in diesen Beispielen, gedeutet werden.


Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch -
Offenheit nicht ausweiten

Rede offen und ehrlich, selbstbewusst und überzeugend.
Aber, bei aller Offenheit, hüte dich vor zuviel des Guten.

Deine Privatangelegenheiten haben niemanden zu interessieren, auch wenn du noch so eine glückliche, sorgenfreie Familie hast. Denn wenn du anfängst aus dem berüchtigten „Nähkästchen“ zu plaudern, wirst du schnell als Schwätzer mit übertriebenem Mitteilungsbedürfnis angesehen.

Erzähle nur das, was dir ausschließlich Vorteile bringt, das auch jeder wissen kann. Damit überzeugst du durch Professionalität und Ausgeglichenheit jeden deiner Gesprächspartner.


Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch -
Lohn- bzw. Gehaltsverhandlung

Nun hat das Vorstellungsgespräch auch dieses sensible Thema erreicht.
Wenn deiner Gehaltsvorstellung zunächst nicht entsprochen werden soll, dann gib keineswegs klein bei. Akzeptiere nicht einfach das mindere Angebot deines potentiellen Arbeitgebers.

Verhandel jetzt. Auch das stärkt deine Position in Bezug auf deine angestrebte Stelle. „Der Bewerber gibt nicht gleich auf. Er kann und will verhandeln. Ein guter Charakterzug.“ So und ähnlich wirst du beurteilt.

Erläutere möglichst genau, wie du recherchiert und somit deinen Gehaltswunsch geäußert hast.

Gib das Gehalt deines vorherigen Arbeitgebers an. Verweise darauf, dass du nur bis zu einer gewissen Grenze vom letzten Gehalt Abzüge verkraften kannst, weil du sonst deinen Verpflichtungen nicht mehr in vollem Umfang gerecht werden kannst.

Wenn dein zukünftiger Arbeitgeber mit einer bestimmten Höhe schließlich einverstanden ist, mit der du aber eine Einbuße verkraften musst, dann bestehe auf einer weiteren Gehaltsverhandlung – am besten nach Ablauf der Probezeit – in der eine erste Erhöhung Inhalt und Ziel ist.

Schließe weitere Verhandlungen nie aus, die dir sukzessiv Gehaltsverbesserungen ermöglichen.

Dein neuer Arbeitgeber wird dem zustimmen. Denn er weiß nur zu gut, dass unterbezahlte Fachkräfte sofort kündigen, haben sie erst eine andere, besser bezahlte Stelle im Angebot.


Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch -
Eigene Fragen stellen

Ein Vorstellungsgespräch ist keine einseitige Befragung, in der du – ähnlich einem Verhör – nur zu antworten hast.

Dein großes Interesse an dem neuen Arbeitsplatz bekundest du vorrangig auch durch gut vorbereitete Fragen, die du dir bei deinen Erkundigungen über das Unternehmen notieren solltest.

Lege deine schriftlich vorbereiteten Fragen im Gesprächsverlauf einfach auf den Tisch.
Sobald du die Gelegenheit bekommst, weist du auf deine Fragen hin und stellst sie in den Raum.

Diese Art der Vorbereitung wird von jedem Personalchef und von allen anderen Gesprächsteilnehmern sehr positiv bewertet. Denn sie erkennen auf Anhieb, dass du dich ernsthaft mit dem Unternehmen beschäftigt und eine gründliche Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch durchgeführt hast.

Besonders wohlwollend geben deine Gesprächspartner Auskünfte zu spezifischen Fragen nach den Produkten und Dienstleistungen, den Arbeitsabläufen und den Tätigkeitsbereichen des Unternehmens. Darin erkennen sie, dass es dir viel bedeutet, möglichst schnell ein wichtiges Rädchen im Gesamtgetriebe zu werden.

Vermeide aber Fragen zu organisatorischen Details, die du auch kurz nach deiner Einstellung klären kannst. Denn Pausen- oder Dienstreiseregelungen haben in einem Vorstellungsgespräch keinen Platz.


Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch -
Professioneller Abschied

Dein Vorstellungsgespräch ist beendet – und es ist nach deiner Meinung auch optimal gelaufen.

Jetzt bist du dir ziemlich sicher, dass deiner Einstellung nichts mehr im Wege steht.
So weicht auch deine Anspannung einem wohligen Gefühl, es endlich geschafft zu haben.

Der Personalchef geleitet dich aus seinem Büro und wünscht dir noch einen guten Nachhauseweg.
Und im Überschwang deines Hochgefühls entgleitet dir eine letzte, allzu vertrauliche Bemerkung:

„Aber klar doch, Herr Emsig, ich werde jetzt quasi auf Wolke sieben nach Hause schweben.“

In ein tieferes Fettnäpfchen kannst du damit kaum noch treten. Dein recht positiver, sachlicher und professioneller Eindruck, den du das ganze Gespräch über aufgebaut und beibehalten hast, wurde jetzt, wie bei einer Pusteblume, in alle Winde zerstreut.

Oft sind es die kleinsten Details die über Sein oder Nichtsein entscheiden. Bei einem derartig gefühlsbetonten und somit unprofessionellen Abgang hat der Konkurrent leichtes Spiel. Denn damit schießt man sich im wahrsten Sinne des Wortes in letzter Sekunde ein Eigentor.

Ein wahrer Bewerbungsprofi behält bis zuletzt seine Nerven und antwortet in diesem Beispiel:

„Vielen Dank, Herr Emsig, für dieses sehr aufschlussreiche und konstruktive Gespräch. Wann darf ich denn mit einer Entscheidung rechnen?“


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