Vorbereitung Vorstellungsgespräch

Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch

 
Eine gründliche Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch ist sehr wichtig, damit Sie dieses erste Etappenziel auf Ihrem Weg zum angestrebten Job auch bestmöglich meistern.

 
Das erste Vorstellungsgespräch wird in der Regel persönlich geführt, kann zunächst aber auch telefonisch oder per Video-Übertragung erfolgen.

Meistens findet später auch noch ein zweites Gespräch statt, das dann aber weniger dem Kennenlernen dient, sondern Detailfragen für die Einstellung in das Unternehmen klärt. Darum wird ein zweites Gespräch auch kein Vorstellungsgespräch im eigentlichen Sinne sein, sondern ein Einstellungsgespräch.

Das Geheimnis eines erfolgreichen Vorstellungsgesprächs basiert prinzipiell auf zwei Säulen:

Selbstbewusstsein und Ehrlichkeit.

Mit diesen beiden Tugenden haben Sie die besten Voraussetzungen, die Personalmanager und -entscheider von Ihren fachlichen und persönlichen Fähigkeiten und Stärken zu überzeugen.

Damit Ihnen das ohne (peinliche) Zwischenfälle gelingt, müssen Sie insbesondere in Ihrer Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch diese Themen beherzigen:

Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch✅ vollständige Kenntnis der eigenen Bewerbungsunterlagen
✅ angemessene Kleidung und äußeres Erscheinungsbild
✅ „typische“ Fragen des Arbeitgebers
✅ „verbotene“ Fragen des Arbeitgebers
✅ eigene Schwächen nicht betonen
✅ eigene Stärken nicht übertreiben
✅ zu große Offenheit vermeiden
✅ Gehalt angemessen regeln
✅ eigene Fragen stellen
✅ professioneller Abschied

 

Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch:
1.) Die Bewerbungsunterlagen

Für die gründliche Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch ist die genaue Kenntnis der eigenen Bewerbungsunterlagen von großer Bedeutung.

Sie haben vielleicht vier Wochen gewartet – und siehe da: Eine Einladung zum Vorstellungsgespräch ist da. In drei Tagen schon sollen Sie das Büro des Personalleiters betreten und eine rundum sympathische Figur abgeben.

Wissen Sie jetzt noch alles genau, was Sie vor allem in Ihrem Bewerbungsschreiben und Lebenslauf geschrieben haben? Sicherlich nicht Wort für Wort. Aber darauf kommt es auch nicht an. Sehr wichtig sind aber die Kernaussagen, die Sie vor allem im Bewerbungsschreiben formuliert haben.

Sie haben zum Beispiel dem formuliert:
„Über die Fort- und Weiterbildung in Ihrem Unternehmen habe ich viel Positives erfahren.“

Im Vorstellungsgespräch werden Sie nun gefragt:
„Welche Informationen haben Sie dazu konkret erhalten – und wo?“

Nun, wenn Sie diese Frage jetzt überrascht, wird es peinlich.

Lesen Sie sich deshalb Ihre gesamten Bewerbungsunterlagen vor dem Vorstellungsgespräch noch mindestens einmal gründlich durch. Ihr Anschreiben sollten Sie nahezu auswendig können und hinter jedem Satz, den Sie darin formuliert haben, eine eventuelle Frage vermuten, die Sie auch souverän beantworten können.

In Ihrer Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch können Sie diesen wertvollen Geheimtipp nutzen:

Fertigen Sie gut gestaltete Flyer an!

Denn in der Regel ist Ihr Gesprächspartner nicht nur der Personalleiter allein, auch der Geschäftsführer, der Abteilungsleiter und eventuell weitere Personen werden am Gespräch teilnehmen.

Wenn Sie jeder dieser Personen einen Flyer überreichen, werden sie das als „besonders gut vorbereitet“ quittieren. Vielleicht sind Sie damit auch der einzige Bewerber, der diese hervorstechende Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch durchgeführt hat.

Dann macht das auch großen Eindruck! Und es verhindert das ständige Blättern in Ihren Bewerbungsunterlagen, was ein flüssiges Gespräch nur stören würde.

So ein Flyer ist eine Bewerbungsmappe im Mini-Format. Sie sollten in ihn ebenfalls viel Sorgfalt investieren, damit er seine Wirkung nicht verfehlt.

Benutzen Sie für Ihren Flyer ein weißes A4-Blatt in hochwertiger Papierqualität. Sie können es einmal in der Mitte falten oder zweimal zu drei gleich großen Teilen. So besteht der Flyer aus einem Titelblatt, dem Innenteil und der Rückseite.

Das Titelblatt:

Das Titelblatt sollten Sie als ein Deckblatt gestalten.

Wählen Sie als Überschrift zum Beispiel:

Kurzvorstellung von Max Mustermann
für die Bewerbung als Versicherungskaufmann

oder

Meine Kurzpräsentation
für die Bewerbung zur Ausbildung als Mediengestalterin

Es folgen Ihr Bewerbungsfoto und Ihre persönlichen Angaben mit:
– Vorname, Name
– Anschrift
– Festnetz- und/oder Mobil-Nummer
– E-Mail-Adresse

Zum Schluss geben Sie den Inhalt des Flyers an – zum Beispiel:

Inhalt:
– Lebenslauf (Kurzfassung)
– Qualifikationen (Auswahl)
– Weiterbildungen (Auswahl)
– besondere Fähigkeiten

Wenn Sie das Firmenlogo oder ein repräsentatives Firmenfoto zur Hand haben, dann bauen Sie zusätzlich diese Grafiken als stark aufgehelltes Hintergrundbild in das Titelblatt ein. Das verleiht Ihrem Flyer hohe Professionalität und eine ausgeprägte Identifikation mit dem Unternehmen.

Der Innenteil:

Je nach dem, wie Sie Ihren Flyer gefaltet haben (zwei Hälften oder drei Drittel), gestalten Sie den Innenteil nach diesen Beispielen:

Die Rückseite:

Auf der Rückseite führen Sie Ihre besonderen Fähigkeiten und Stärken an, die Sie auf Ihrem Bewerbungsschreiben und in Ihrem ausführlichen Lebenslauf besonders gewichtet haben.

Vielleicht haben Sie ein bestimmtes Projekt sehr erfolgreich durchgeführt. Dann beschreiben Sie Ihren Anteil daran als Beweis Ihrer angeführten Fähigkeiten und Stärken.

Mit einem markanten und wirkungsvollen Zitat einer bedeutenden Persönlichkeit können Sie die letzten Zeilen der Rückseite ausfüllen und so Ihren Flyer elegant abschließen.

Beispiel:

Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht. (Albert Einstein)

Sie können die Flyer auch von diesen Profis anfertigen lassen.

Die Präsentation Ihres Flyers:

Präsentieren Sie Ihren Flyer mit Selbstbewusstsein und in Eigeninitiative.

Nach der persönlichen Vorstellung aller Gesprächsteilnehmer möchte der Personalchef oder der Firmenchef das Gespräch eröffnen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen. Noch bevor das Gespräch eröffnet ist, sagen Sie nun, dass Sie nicht unhöflich erscheinen wollen, aber noch eine „Kleinigkeit“ vorbereitet haben. Dann greifen Sie in Ihre Tasche, holen Ihre Flyer hervor und überreichen jedem Gesprächsteilnehmer ein Exemplar. Auch Sie selbst und der Personalchef, der in der Regel Ihre Bewerbungsmappe vor sich liegen hat, erhalten einen Flyer.

Natürlich werden jetzt erst einmal alle Teilnehmer Ihren Flyer begutachten und den Inhalt überfliegen. Danach erhalten Sie das erste Lob, noch bevor das Gespräch begonnen hat. Ihre damit verbundenen Bonuspunkte werden Ihnen bis ans Gesprächsende nicht mehr abhanden kommen, sollten Sie keinen Fauxpas begehen.

 

Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch:
2.) Kleidung und Erscheinungsbild

„Mein zukünftiger Arbeitgeber soll mich so kennen lernen, wie ich bin. Deshalb ziehe ich auch nicht extravagante Klamotten an, die sowieso nicht zu mir und meinen angestrebten Job passen.“

Diese Denkweise ist ein Kardinalfehler, der das ganze Vorstellungsgespräch ruinieren kann!

Egal was der Personalchef persönlich von Ihrem Aufzug hält, er wird aber letztlich nicht allein entscheiden, ob Sie die Zusage bekommen werden. Auch weitere Vorgesetzte, die am Vorstellungsgespräch teilnehmen, reden ein gewichtiges Wort mit. Und in deren Augen kann saloppe Freizeitkleidung mit hohem Punkteabzug bestraft werden.

Denn wer in Jeans und Turnschuhen zum Vorstellungsgespräch aufwartet, dem ist offenbar dieser Termin nicht wichtig und angemessen genug.

Mit einer eher konservativen Kleidung, die Sie auch zu einem festlichen Anlass in Ihrem angestrebten Unternehmen tragen würden, können Sie deshalb absolut nichts falsch machen.

Aber nicht nur Kleider machen Leute. Auch die Frisur und der Gesichtsausdruck tragen entscheidend zum gesamten Erscheinungsbild bei. Daher ist es schon überlegenswert, die vielleicht etwas provokantere Frisur einer allgemein angesehenen Haartracht anzupassen. Auch vielerlei Ohrringe und Piercings müssen am Vorstellungsgespräch nicht unbedingt teilnehmen.

 

Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch:
3.) Die „typischen“ Fragen

In Ihrem Vorstellungsgespräch werden Sie mit vielen Fragen konfrontiert, die Sie selbstbewusst und ehrlich beantworten müssen.

Lügen und „um den heißen Brei reden“ durchschaut jeder entsprechend ausgebildete Personaler schnell. Dann kann das Gespräch schnell beendet werden.
 
Vorbereitung auf das VorstellungsgesprächSeien Sie also bei jeder Frage immer selbstbewusst und ehrlich!

Ehrlichkeit ist keine Tugend, die man erst erlernen muss. Selbstbewusstsein hingegen schon. Viele Menschen sind viel zu unterwürfig, besonders wenn sie mit Vorgesetzten konfrontiert werden.

Diese Situation beginnt bereits beim Vorstellungsgespräch, wenn den zukünftigen Chefs so allerlei Angenehmes aber auch Unangenehmes „gebeichtet“ werden soll.

Auch Sie werden sich in Ihrer Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch so manche Frage überlegen, auf die Sie eine Antwort parat halten und mit der Sie dann ehrlich und selbstbewusst auftreten wollen.

Vielleicht wird diese Frage dann gar nicht gestellt – aber dafür eine andere, die Sie sich nicht hätten träumen lassen. Und dabei ist es doch eine dieser „typischen“ Fragen, die in nahezu jedem Vorstellungsgespräch gestellt werden.
 
 
Bereiten Sie sich deshalb vorrangig auf diese „typischen“ Fragen gründlich vor:

Was wissen Sie zu unseren Produkten und Dienstleistungen?

 
Antwortmöglichkeiten:

„Auf Ihren Internetseiten habe ich gelesen…“

„In einem Pressebericht wurden die modernen Technologien über … vorgestellt.“

„Mein Bekannter ist in Ihrem Unternehmen angestellt und hat viel erzählt über …“

 

Was können Sie uns noch über sich erzählen?

 
Antwortmöglichkeiten:

„Ich habe Ihnen von meinen Erfahrungen zu … geschrieben. Dazu kann ich sagen …“

„Als ich Ihr Stellenangebot gelesen hatte, wusste ich, das ist genau das Richtige, weil …“

Hinweis:

Erzählen Sie nur von ausgewählten Qualifikationen, Kenntnissen und Erfahrungen –
ergänzend zu Ihrem Bewerbungsschreiben und Lebenslauf – um diese damit noch stärker
zu gewichten.

 

Warum haben Sie sich ausgerechnet für diese Stelle beworben?

 
Antwortmöglichkeiten:

„Die Philosophie Ihres Unternehmens begründet Karriere durch Leistung. Das ist es!“

„Ich bin überzeugt, dass ich in Ihrem Unternehmen viel bewirken kann – weil …“

„Diese Stelle fokussiert sich genau auf meine Qualifikationen – denn …“

Hinweis:

Bekunden Sie dem Unternehmen Ihre Sympathie und begründen Sie Ihre Aussagen.
Erzählen Sie nichts Negatives über Ihre vorherigen Arbeitsstellen und Arbeitgeber.

 

Wo sehen Sie Ihre besonderen Stärken und wo Ihre Schwächen?

 
Antwortmöglichkeiten: (Schwächen)

„Es fällt mir nicht so leicht, ein neues PC-Programm schnell anzuwenden, aber nach
gründlicher Einweisung schaffe ich das auch.“

„Vielleicht bin ich etwas zu schüchtern, wenn ich neue Menschen kennen lerne, aber ich
verstecke mich auch nicht.“

„Ich weiß, dass ich mir viele Arbeitsaufgaben vorher notieren muss, damit ich keine
davon vergesse.“

Hinweise:

Nennen Sie nach Möglichkeit nur eine Schwäche, die Sie auch vor Ihren Stärken angeben.
Mildern Sie die Schwäche ab, indem Sie gleichzeitig sagen, wie Sie damit umgehen.
Sprechen Sie nur eine Schwäche an, die auch wirklich etwas mit dem Beruf zu tun hat.
So genannte Pseudo-Schwächen („Ich kann leicht nervös werden, wenn eine Arbeit
schlecht ausgeführt wird.“) werden im Vorstellungsgespräch nicht erwartet. Verzichten
Sie besser darauf, denn diese werden von anderen Bewerbern nur zu gern genannt.

Antwortmöglichkeiten (Stärken):

„Wenn etwas völlig Neues erarbeitet und eingeführt werden soll, habe ich besonders
viel Ehrgeiz daran, denn solche Herausforderungen reizen mich sehr.“

„Ich bin der Meinung, sehr gut mit Menschen umgehen zu können, weil es mir nichts
ausmacht, auch fremde Leute einfach mal freundlich anzusprechen.“

„Ich bin sehr korrekt, denn ich werde erst dann meine Arbeit als beendet sehen, wenn
ich alles auf Null-Fehler-Sicherheit getestet habe.“

Hinweise:

Nennen Sie nur zwei bis drei Ihrer Hauptstärken und geben Sie dazu auch eine
Begründung an.
Vermeiden Sie einerseits den Anschein von Überheblichkeit und andererseits falsche
Bescheidenheit.

 

Was motiviert Sie?

 
Antwortmöglichkeiten:

„Am meisten motivieren mich zufriedene Kunden, denn ich will erreichen, dass sie von
selbst immer wieder auf mich zukommen.“

„Die Tatsache, dass ich für andere Mitarbeiter Verantwortung trage, ist meine
Grundmotivation.“

„Ich will viel bewirken. Wenn ich dazu beauftragt werde, bin ich stets hoch motiviert.“

Hinweis:

Sagen Sie in aller Ehrlichkeit, welche Aufgaben und Ziele Sie besonders gern angehen und
die Sie zu besonderen Leistungen anspornen.

 

Wie gehen Sie mit Stresssituationen um?

 
Antwortmöglichkeiten:

„Im Prinzip ruhig und gelassen. Ich durchdenke mir dann: Was ist machbar und was
nicht. Das Erreichbare will ich dann auch unbedingt schaffen.“

„Ehrlich gesagt, ich bin dann etwas aufgeregt. Aber ich versuche, es mir nicht
anmerken zu lassen und arbeite in der Regel konzentriert weiter.“

„Offen gestanden, nicht so gut, wenn es sich um außergewöhnlichen Stress handelt. Ich
brauche dann einfach etwas Zeit, um mich wieder zu konzentrieren. Danach bin ich
wieder fit.“

Hinweis:

Stehen Sie zu Ihrer Persönlichkeit in Stresssituationen. Sie können niemanden etwas
vorspielen, was nicht stimmt. Denn das Vorstellungsgespräch selbst ist so eine Sachlage,
die für Sie nicht frei von Stress ist.

 

Was mögen Sie überhaupt nicht?

 
Antwortmöglichkeiten:

„Halbherzigkeit – wenn Arbeitsleistungen nur scheinbar erbracht sind, aber voller
Fehler strotzen. “

„Ich weiß, dass mich unsachliche Kritik besonders ärgert.“

„Bei unnötigen Wartezeiten und bei ständiger Unpünktlichkeit beginnt es in mir zu
kochen.“

Hinweis:

Nur Eigenschaften und Situationen dürfen Inhalt Ihrer Antwort sein. Sprechen Sie
niemals schlecht über andere Leute – und schon gar nicht über ehemalige Mitarbeiter
und Vorgesetzte. Erklären Sie kurz und vor allem sachlich, was Sie absolut nicht
ausstehen können.

 

Weshalb wurden bzw. haben Sie gekündigt?

 
Antwortmöglichkeiten:

„Mir und anderen wurde gekündigt, weil die Aufträge auf Grund der Corona-Krise
rapide einbrachen.“

„Der Arbeitgeber hat die Filiale geschlossen, in der ich tätig war. Mit dem anderen Job,
der mir angeboten wurde, war ich aber nicht einverstanden. Deshalb wurde ich
gekündigt.“

„Ich habe deswegen selber gekündigt, weil ich keine weiteren Herausforderungen und
Karrieremöglichkeiten mehr sah. Aber ich will eben noch einiges im Leben erreichen.“

„Leider entsprach die Arbeitsatmosphäre nicht meinen Vorstellungen von Teamarbeit
und Kollegialität. Ich habe deswegen die Konsequenz gezogen und gekündigt.“

Hinweis:

Sagen Sie nichts Schlechtes über Ihren letzten Arbeitgeber, auch wenn Sie sogar gemobbt
wurden. Legen Sie ganz objektiv und sachlich die Gründe dar.

 

Weshalb haben Sie schon oft die Stelle gewechselt?

 
Antwortmöglichkeiten:

„Leider war es mir bisher nicht vergönnt, dauerhaft in einer Firma zu arbeiten, weil es
immer zu Entlassungen kam, von denen ich als Single mit zuerst betroffen war.“

„Das sind verschiedene Gründe. Dreimal wurde ich gekündigt, weil die jeweilige Stelle
aus Rationalitätsgründen gestrichen wurde. Und zweimal habe ich selbst gekündigt,
weil ich keine Perspektiven in den Unternehmen sah. Doch jetzt bin ich voller
Zuversicht, einen dauerhaften Arbeitsplatz antreten zu können.“

Hinweis:

Sprechen Sie frei und beständig die Ursachen an. Kommen Sie dabei nicht ins
„Schwimmen“. Erklären Sie auf jeden Fall, dass Ihre angestrebte Stelle von Dauer sein
soll.

 

Bitte erklären Sie uns Ihre weniger guten Schulnoten.

 
Antwortmöglichkeiten:

„Ja, die sind tatsächlich mehr schlecht als recht. Aber das Pauken war nie meine Stärke.
Diese liegen dafür im praktischen Bereich – wie Sie der Einschätzung meines
Praktikums entnehmen können.“

„Eigentlich bin ich gar nicht so schlecht, wie es mein Abschlusszeugnis ausweist. Aber
damals hatte ich das letzte Schuljahr ziemlich vernachlässigt. Das war familiären
Gründen geschuldet.“

Hinweis:

Auch wenn die Frage als Aufforderung etwas provokant gestellt wird, lassen Sie sich
deshalb nicht verunsichern. Stehen Sie offen zu diesen Tatsachen und geben Sie eine nur
kurze Begründung an. Gleiches gilt auch bei schlechten Arbeitszeugnissen oder
„Lücken“ im Lebenslauf.

 

Was wollen Sie in fünf Jahren erreicht haben?

 
Antwortmöglichkeiten:

„Ich strebe den Posten des Abteilungsleiters in Ihrem Unternehmen an. Das ist mein
Ziel nach spätestens fünf Jahren und dafür werde ich alles tun.“

„Ich möchte unbedingt meine Ausbildung mit den bestmöglichen Ergebnissen beenden
und dann als Fachkraft zum weiteren Erfolg Ihres Unternehmens beitragen.“

„Wenn ich mit meiner Arbeit bewirken konnte, den Umsatz der Produkte zu verdoppeln,
dann habe ich nach den ersten fünf Jahren in Ihrem Unternehmen mein Ziel erreicht.“

Hinweis:

Beziehen Sie sich mit Ihren Zielen immer auf den Nutzen des Unternehmens. Stellen Sie
sich ehrgeizige, aber realistische Ziele.

 

 

Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch:
4.) Die „verbotenen“ Fragen

Im Vorstellungsgespräch können Sie mit allen möglichen Fragen konfrontiert werden, die Ihr gesamtes Berufsleben und natürlich Ihre angestrebte Stelle betreffen. Darauf müssen Sie ehrlich und selbstbewusst antworten.

Wenn das Gespräch allerdings in Ihre Privatsphäre übergleitet, dann ist Vorsicht geboten. So wollen manche Personaler auch gern wissen, wie es denn mit Ihren Vermögensverhältnissen oder politischen Ansichten bestellt ist. Dann wird zumeist „durch die Blume“ eine indirekte Frage gestellt, die Sie animieren soll, darauf zu reagieren.

Beispiel:

Das Gespräch ist für Sie sehr gut verlaufen und nähert sich dem Ende. Der Personalchef blickt noch einmal in die Runde und erkundigt sich, ob es noch irgendwelche Fragen gibt. Alle Anwesenden verneinen. Dann beendet er das Gespräch eventuell mit Worten:

„Gut, dann ist alles soweit besprochen. Ich stelle auch fest, Sie haben keine Schulden und keine Vorstrafen. Ich denke mal, wir werden uns noch ein zweites Mal treffen.“

Nun haben Sie aber Schulden oder sind tatsächlich vorbestraft.
Wie reagieren Sie jetzt darauf?

Wichtig ist, dass Sie genau wissen, dass Ihnen Ihr potentieller Arbeitgeber eine „verbotene“ Frage – wenn auch indirekt – gestellt hat. Und diese Frage müssen Sie nicht beantworten.

Ja, Sie können in diesem Fall sogar die Unwahrheit sagen, also lügen, um den Erfolg Ihrer Bewerbung unter diesen Umständen nicht zu gefährden.

Das deutsche Arbeitsrecht verbietet insbesondere Fragen nach:

– Mitgliedschaft in politischen Parteien
– Sympathien für politische Inhalte
– Religionszugehörigkeit (außer bei religiösen Trägerschaften)
– Gewerkschaftszugehörigkeit
– Familienplanungen
– Schwangerschaften
– Vorstrafen und laufende Ermittlungsverfahren
– Vermögensverhältnisse

Werden Sie trotzdem damit konfrontiert, dann bewahren Sie Ruhe. Erklären Sie sachlich und freundlich, dass Sie auf diese Frage keine Antwort geben müssen und auch nicht wollen.

Wenn gegen Sie tatsächlich ermittelt wird oder wenn Sie am Beginn einer Schwangerschaft stehen oder wenn Sie Schulden haben oder was auch immer den Personalchef nichts angeht, dann sagen Sie ihm, dass Sie mit dieser Frage überhaupt nicht gerechnet und sich darauf gar nicht vorbereitet haben.

Begründen Sie damit, dass Ihnen bekannt ist, dass derartige Fragen in einem Vorstellungsgespräch doch gar nicht gestellt werden sollten.

Vermeiden Sie nach Möglichkeit zu lügen.
Bedenken Sie, dass Sie die ersten sechs Monate zur Probe eingestellt werden. In dieser Zeit kann Ihnen ohne Angabe von Gründen gekündigt werden. Haben Sie im Vorstellungsgespräch auch auf eine verbotene Frage hin die Unwahrheit gesagt, und dies stellt sich während Ihrer Probezeit heraus, dann sind Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit Ihren Job wieder los.

Manchmal ist es sogar ratsam, besondere private Umstände im Vorstellungsgespräch anzuführen.

Beispiel:

Ihr Einkommen wurde bei Ihrem letzten Arbeitgeber bis zur gesetzlichen Freigrenze gepfändet.
Diese Tatsache sollten Sie dem neuen Arbeitgeber im Vorstellungsgespräch mitteilen, damit er vorab schon weiß, dass auch Ihr Gehalt im neuen Unternehmen einer Pfändungsforderung unterliegen wird.
Damit sichern Sie sich ab, wenn der Pfändungsbescheid das Unternehmen noch in Ihrer Probezeit erreichen sollte. Denn Ihr neuer Arbeitgeber hat Sie ja dennoch eingestellt.
Warum und weshalb Sie Schulden haben, brauchen Sie aber niemanden auf den Buckel binden.

 

Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch:
5.) Schwächen nicht betonen

Niemand ist frei von Schwächen – und das ist auch gut so.

Oft fragt man sich selbst: Ist das wirklich eine Schwäche, die ich habe? Oder wird es rein gesellschaftlich so ausgelegt? Diese Überlegungen werden Sie sicher auch schon angestellt haben.

Vielleicht sind Sie sehr sparsam. Ist das nun eine Schwäche oder eine Stärke? Es kommt ganz auf den Betrachter und dessen Interpretation an. Der eine beurteilt es als Stärke, weil Sie offenbar sehr gut mit Geld umgehen können. Der andere sieht in Ihnen den Geizhals, der jeden Cent erst dreimal umdreht, bevor er ihn ausgibt. Eine endlose, fruchtlose Diskussion könnte sich darüber entspinnen, die niemanden auch nur den kleinsten Nutzen bringt.

In Ihrer Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch spielen solche Überlegungen eine gewichtige Rolle. Sie müssen sich Ihrer vermeintlichen Schwächen bewusst sein, bevor Sie sich auf den Weg zum Büro des Personalchefs begeben.

Und kaum ist das Gespräch eröffnet, ertappen Sie sich plötzlich dabei, wie Sie frei und offen erst über jene Schwächen plaudern, die Sie selbst als solche interpretiert haben. Sie wollen damit zunächst Verständnis erlangen, um Ihre Stärken gesondert betonen zu können.

Aber dazu kommt es nicht. Ihre Gesprächspartner sind ebenso plötzlich ganz Ohr geworden, weil sie diese Dinge, die Sie da erzählen, nirgendwo in Ihren Unterlagen finden konnten. Jetzt bohren sie weiter, wollen noch dies und das genauer wissen.

Und mit zunehmender Verzweiflung bekommen Sie selber das Gefühl, kaum mehr für den angestrebten Job geeignet zu sein. Das Gespräch hat eine destruktive Dynamik entwickelt, der Sie nicht mehr Herr sein können.

Machen Sie sich deshalb schon Gedanken über Ihre vermeintlichen Schwächen und Defizite. Aber betonen Sie sie keineswegs, weder sich selbst und schon gar nicht den Gesprächspartnern gegenüber.

Seien Sie sich eher Ihrer echten Stärken bewusst.

Sprechen Sie auch niemals von sich heraus bestimmte Schwächen an. Werden Sie gezielt danach gefragt, genügt eine kurze und einfache Antwort, die Sie sich vorher zurecht gelegt haben. Denn niemand will Ihnen im Vorstellungsgespräch die Beichte abnehmen.

 

Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch:
6.) Stärken nicht übertreiben

Sie sitzen deswegen im Vorstellungsgespräch, weil Sie Ihre Qualifikationen und Fähigkeiten in Ihren Bewerbungsunterlagen überzeugend zum Ausdruck gebracht haben.

Der Personalchef und weitere Verantwortliche sind nahe der Überzeugung, dass Sie durchaus die Stelle besetzen können wenn…

Ja, wenn Sie jetzt im Vorstellungsgespräch auch noch so überzeugend auftreten, wie Sie es rein schriftlich demonstriert haben.

Aber darin liegt eben auch die Gefahr, die eigenen Stärken und Fähigkeiten mit Nachdruck zu betonen. Übertreibungen und Überheblichkeiten lauern dabei an jeder Ecke. Und ganz schnell können Sie damit Ihrer Glaubwürdigkeit großen Schaden antun.

Betonen Sie Ihre Stärken. Aber achten Sie dabei genau auf jeden Superlativ, den Sie gebrauchen wollen.

Es gibt eine Menge tödlicher Aussagen, die Ihnen alles verderben können.

Beispiele:

– „Ich bin der Einzige, der das kann.“
– „Weil ich clever bin.“
– „Da kann mir niemand das Wasser reichen.“
– „Da sehen andere keinen Stich.“
– „Das mache ich in Nullkommanichts.“
– „Ich lebe, um zu arbeiten.“
– „Ich gewinne immer.“

Zugegeben, Sie werden in Ihrem Vorstellungsgespräch auf derart Wichtigtuerei verzichten. Aber manche übertrieben dargestellten Stärken können schnell in den falschen Hals geraten und dann genau so, wie in diesen Beispielen, gedeutet werden.

 

Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch:
7.) Offenheit nicht ausweiten

Reden Sie offen und ehrlich, selbstbewusst und überzeugend. Aber, bei aller Offenheit, hüten Sie sich vor zuviel des Guten.

Ihre Privatangelegenheiten haben niemanden zu interessieren, auch wenn Sie noch so eine glückliche, sorgenfreie Familie sind. Denn fangen Sie an, aus dem berüchtigten „Nähkästchen“ zu plaudern, gelten Sie schnell als Schwätzer mit übertriebenem Mitteilungsbedürfnis.

Erzählen Sie nur das, was Ihnen ausschließlich Vorteile bringt, das auch jeder wissen kann. Damit überzeugen Sie durch Professionalität und Ausgeglichenheit jeden Ihrer Gesprächspartner.

 

Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch:
8.) Lohn- bzw. Gehaltsverhandlung

Nun hat das Vorstellungsgespräch auch dieses sensible Thema erreicht.

Wenn Ihrer Gehaltsvorstellung zunächst nicht entsprochen werden soll, dann geben Sie keineswegs klein bei. Akzeptieren Sie nicht einfach das mindere Angebot Ihres potentiellen Arbeitgebers.

Verhandeln Sie jetzt. Auch das stärkt Ihre Position in Bezug auf Ihre angestrebte Stelle. „Der Bewerber gibt nicht gleich auf. Er kann und will verhandeln. Ein guter Charakterzug.“ So und ähnlich werden Sie beurteilt.

Erläutern Sie möglichst genau, wie Sie recherchiert und somit Ihren Gehaltswunsch geäußert haben.

Geben Sie das Gehalt Ihres vorherigen Arbeitgebers an. Weisen Sie darauf hin, dass Sie nur bis zu einer gewissen Grenze vom letzten Gehalt Abzüge verkraften können, weil Sie sonst Ihren Verpflichtungen nicht mehr in vollem Umfang gerecht werden können.

Wenn Ihr zukünftiger Arbeitgeber mit einer bestimmten Höhe schließlich einverstanden ist, mit der Sie aber eine Einbuße verkraften müssen, dann bestehen Sie auf einer weiteren Gehaltsverhandlung – am besten nach Ablauf der Probezeit – in der eine erste Erhöhung Inhalt und Ziel ist.

Schließen Sie weitere Verhandlungen nie aus, die Ihnen sukzessiv Gehaltsverbesserungen ermöglichen.

Ihr neuer Arbeitgeber wird dem zustimmen. Denn er weiß nur zu gut, dass unterbezahlte Fachkräfte sofort kündigen, haben Sie erst eine andere, besser bezahlte Stelle im Angebot.

 

Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch:
9.) Eigene Fragen stellen

Ein Vorstellungsgespräch ist keine einseitige Befragung, in der Sie – ähnlich einem Verhör – nur zu antworten haben.

Ihr großes Interesse an dem neuen Arbeitsplatz bekunden Sie vorrangig auch durch gut vorbereitete Fragen, die Sie sich bei Ihren Erkundigungen über das Unternehmen notieren sollten.

Legen Sie diese schriftlich vorbereiteten Fragen im Gesprächsverlauf einfach auf den Tisch. Sobald Sie die Gelegenheit erhalten, weisen Sie auf Ihre Fragen hin und stellen Sie diese in den Raum.

Diese Art der Vorbereitung wird von jedem Personalchef und von allen anderen Gesprächsteilnehmern sehr positiv bewertet. Denn sie erkennen auf Anhieb, dass Sie sich ernsthaft mit dem Unternehmen beschäftigt und eine gründliche Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch durchgeführt haben.

Besonders wohlwollend geben Ihre Gesprächspartner Auskünfte zu spezifischen Fragen nach den Produkten und Dienstleistungen, den Arbeitsabläufen und den Tätigkeitsbereichen des Unternehmens. Darin erkennen sie, dass es Ihnen viel bedeutet, möglichst schnell ein wichtiges Rädchen im Gesamtgetriebe zu werden.

Vermeiden Sie aber Fragen zu organisatorischen Details, die Sie auch kurz nach Ihrer Einstellung klären können. Denn Pausen- oder Dienstreiseregelungen haben in einem Vorstellungsgespräch keinen Platz.

 

Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch:
10.) Professioneller Abschied

Ihr Vorstellungsgespräch ist beendet.
Es ist nach Ihrer Meinung auch optimal gelaufen.

Jetzt sind Sie sich ziemlich sicher, dass Ihrer Einstellung nichts mehr im Wege steht. So weicht auch Ihre Anspannung einem wohligen Gefühl, es endlich geschafft zu haben.

Der Personalchef geleitet Sie aus seinem Büro und wünscht Ihnen noch einen guten Nachhauseweg.
Und im Überschwang Ihres Hochgefühls entgleitet Ihnen eine letzte, allzu vertrauliche Bemerkung:

„Aber klar doch, Herr Emsig, ich werde jetzt quasi auf Wolke sieben nach Hause schweben.“

In ein tieferes Fettnäpfchen können Sie damit kaum noch treten. Ihr recht positiver, sachlicher und professioneller Eindruck, den Sie das ganze Gespräch über aufgebaut und beibehalten haben, wurde jetzt, wie bei einer Pusteblume, in alle Winde zerstreut.
 
Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch
Oft sind es die kleinsten Details die über Sein oder Nichtsein entscheiden. Bei einem derartig gefühlsbetonten und somit unprofessionellen Abgang hat der Konkurrent leichtes Spiel. Denn damit schießt man sich im wahrsten Sinne des Wortes in letzter Sekunde ein Eigentor.

Ein wahrer Bewerbungsprofi behält bis zuletzt seine Nerven und antwortet in diesem Beispiel:

„Vielen Dank, Herr Emsig, für dieses sehr aufschlussreiche und konstruktive Gespräch. Wann darf ich denn mit einer Entscheidung rechnen?“
 

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